Die Legende Miles Davis
Über die Legende Miles Davis sagt man, dass er die Musik vier oder fünf mal revolutioniert hat. Tatsächlich prägte er maßgeblich über 40 Jahre verschiedene Stilepochen des Jazz durch musikalische Neuerungen. Er hat bei seinen sparsamen, introvertierten Improvisationen jeden Ton überaus bewusst gesetzt. Diese Improvisationen beeinflussten Generationen von Trompetern.
Miles Davis (geboren Miles Dewey Davis III) kam am 25.Mai 1926 in Alton, Illinois, auf die Welt. Zu seinem dreizehnten Geburtstag bekam Miles eine Trompete geschenkt. Schnell machte er Fortschritte und war zwei Jahre später schon in der lokalen Jazz-Szene aktiv. Später lernte er ganz zufällig die beiden Pioniere des Bebops, Charlie Parker und Dizzy Gillespie, kennen. Während eines Gastspiels in St. Louis haben die beiden überraschend nach einem Trompeter gesucht – und Miles gefunden.
Später beschloss er nach New York zu gehen, wo sich das Zentrum des Bebops befindet. Dort wollte er sich intensiver mit der Musik auseinandersetzen. Miles studierte an der Juilliard School Of Music in New York klassische Musik und ging abends in die Jazzclubs.
1945 machte er bei seiner ersten Schallplattenaufnahmen in der Band von Herbie Fields mit. Am 26. November 1945 kam die erste Aufnahmesession mit Bird. Bereits 1948 war Davis eine international bekannten Größe. Kurze Zeit später orientierte sich Davis mit dem Komponisten und Arrangeur Gil Evans in eine andere musikalische Richtung. Die beiden gründeten ein Nonett. Sein Stil aus dieser Zeit wurde zu Vorreiter der West-Coast-Jazz-Schule. In dieser Band war Davis Bandleader und konnte sich dadurch von seinem Förderer Charlie Parker emanzipieren. Auch aus diser Band stieg er später aus.
Anfang 1954 war Miles Davis als Folge seiner Drogensucht kaum noch in der Lage, Trompete zu spielen. Doch dann machte er einen kalten Entzug. Dieser Krise sollte eine äußerst kreative Phase folgen, in der er wahrlich Jazzgeschichte schrieb. Schon damals schien er, seinen Stil des bewussten Setzens der Töne gefunden zu haben: die Musik war eine Mischung aus lyrischem und swingendem Spiel. Zu dieser Zeit entstanden die Klassiker “Walkin’” und “Blue and Boogie”.
In der ersten Hälfte der 60er Jahre hatte Davis wieder eine kreative Krise. Er machte sich auf die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. 1963 gründete er eine weitere Band, mit der er in unerforschte musikalische Regionen vorstößte. Mit Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams bildete er eine neue Rhythmusgruppe, die von vielen als die Beste des Jazz bezeichnet wird.
Später soll es zu einem Abfall der Popularität von Davis kommen, da die jüngere Generation sich mehr und mehr für Rockmusik und elektronische Instrumente begeisterte. Also nahm Davis diese neuen Ausdrucksmöglichkeiten in seine Musik auf. Dann kam es wieder zu einer langen Pause, in der unter gesundheitlichen Problemen litt. Erst 1980 wurde eine weitere Platte aufgenommen: “The Man With The Horn”. Gerade in den 80er Jahren wurde sein Stil immer besonderer. Die Verbindung von Jazz und Rock blieb bestehen, doch wurden die harmonischen Strukturen jetzt konventioneller. “Tutu” aus dem Jahr 1986 war sicherlich ein Höhepunkt dieser Phase.
Miles starb am 28. September 1991 in Santa Monica, Kalifornien an einer Lungenentzündung. Er hat über 100 Stunden Musikaufnahmen hinterlassen, die eine einzigartige musikalische Entwicklung und Miles Davis’ gewaltigen Einfluss auf die heutige populäre Musik dokumentieren.
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