Jazz und Mode in den Zwanzigern
Jazzcombo © Isaxar - Fotolia.com
Während der 1920er Jahre war die Damenmode stark von der Identität des Jazzalters geprägt. Die Jazzkultur zog schon früh trendbewusste Modefans an. Sie trugen mit ihren charakteristischen Stylings rasch dazu bei, dem Jazz ein beinahe unverwechselbare Prägung zu geben.
Die Dame von damals, die ausgelöst vom Ende des Ersten Weltkriegs und nach der Überwindung der Grippewelle, die 1918 tausende von Opfern forderte, wollte sich einfach nur ihres Lebens erfreuen. Technische Neuerungen in der Textibranche, vor Allem die Durchsetzung der Nähmaschine, machten es vielen Frauen möglich Mode im heimischen Umfeld selbst herzustellen. Die Mode wurde somit auch für weniger betuchte Frauen interessant und war nicht länger eine reine Sache der Eliten.
Das Selbstbewusstsein der Frau wurde durch die 1920 in den Vereinigten Staaten und in 1928 in Großbritannien garantierte Wahlberechtigung noch einmal verstärkt. Die, so von den starren Fessel der Gesellschaft befreiten Frauen schnitten sich nun trendige Frisuren und trugen hohe Absätze.
Jazz war der Sound der die Jugend und Modekultur der damaligen Zeit maßgeblich prägte. Wider allem Schrecken, den die gesellschaftlichen Tragödien, vor allem der erste Welkrieg auslöste, setzte sich in der Jugendkultur das Prinzip des Hedonismus durch. Scott Fitzgerald bezeichnete diese Generation, die das schnelle Leben, den Tanz, den treibenden Sound des Jazz und den Aufstand gegen die Autoritäten liebte, als eine Verlorene.
Die wilden Mädchen dieser Zeit, Flapper genannt, passten sich mit kurzen Röcken an die burschikosen Tänze der 1920er an. Schon während die Männer im Krieg kämpften kamen den Frauen immer mehr Aufgaben zu, die einstmals reine Männersache waren, diese gaben ihnen ein ganz anderes, ein moderneres Rollenverständnis.
Michelle Gloria-Weimann
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