Sam Rivers – Eine Legende ist tot

Der berühmte Jazz-Saxophonist Sam Rivers ist im Alter von 88 Jahren in Orlando gestorben.Sam Rivers wurde in eine Musiker-Familie geboren: Sein Großvater Marshall W. Taylor veröffentlichte 1882 “A Collection of Revival Hymns and Plantation Melodies”, eines der wichtigsten Songbücher afro-amerikanischer Kirchenlieder, seine Mutter war eine bekannte Pianistin, sein Vater Gospelsänger.
Nachdem er seine Ausbildung am Boston Conservatory of Music abgeschlossen hatte, mischte er sich in den 50er Jahren unter die Musiker der blühenden Jazz-Szene der Stadt. Bald wurde er mit Miles Davis bekannt gemacht, in dessen Quartett er Mitte der 60er Jahre spielte. Es folgte eine Reihe von Alben für das legendäre Label Blue Note, unter anderem an der Seite des Bassisten Dave Holland oder des Schlagzeugers Tony Williams.
In den 70er Jahren eröffnete er mit seiner Frau Bea in ihrem Loft in New York das Studio Rivbea im East Village, das schnell zu einem der wichtigsten Zentren des Free Jazz avancierte. Hier gingen Größen wie Andrew Hill und Cecil Taylor ein und aus und weiteten die Grenzen der Improvisation. Rivers, begnadeter Saxophonist, Flötist, Klarinettist und Pianist, musizierte bis ins hohe Alter mit.
In den 80er Jahren spielte er mit Dizzy Gillespies United Nations Band, bevor er sich in Orlando niederließ, wo er wiederum auch eine eigene Band gründete.
“Mein Vater hat jede Minute seiner Arbeit genossen”, sagte seine Tochter kurz nach seinem Tod. In ihren Augen habe er sein ganzes Leben lang Ferien gehabt. Das Wort Ruhestand sei nicht Teil seines Vokabulars gewesen.
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